Minijobs Kleine Arbeit, schlechte Arbeit

Wer Altersarmut vermeiden will, muss die Minijobs beschränken. Von 

23. August 201319:15 Uhr

http://www.zeit.de/2013/34/arbeitsmarkt-minijobs-altersarmut

Wie konnte es passieren, dass ausgerechnet die fleißigen Deutschen die Lust an den Überstunden verloren haben? Innerhalb von fünf Jahren sank die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden um 20 Prozent – trotz anziehender Konjunktur. Wie erklärt sich, dass ausgerechnet die Deutschen eine Nation der Teilzeitarbeiter wurden? Jeder dritte Beschäftigte in Deutschland hat keine volle Stelle, wir liegen damit in internationalen Vergleichen ganz weit vorn.

Aus einer gerade veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken lassen sich klare Antworten auf diese Fragen herauslesen. Wirklich hören will sie in den letzten Wochen des Wahlkampfs freilich fast niemand. Das Fazit aus diesen Antworten lautet: Die nächste Regierung muss die Regeln für Minijobber ändern. Sie sollten zwar nicht abgeschafft werden, wie es die Linke fordert. Aber diese Jobs dürfen nicht so billig bleiben wie bisher, weil das zu Tricksereien einlädt und Altersarmut produziert wird.

Die Statistik zeigt, dass mittlerweile 2,66 Millionen Menschen zusätzlich zu ihrem Hauptberuf einen Minijob erledigen. Für Überstunden müssen Beiträge an die Kranken- oder Rentenversicherung gezahlt werden, für die Zweitjobs dagegen in der Regel nicht. Das ist ungerecht und wird sich für viele Betroffene im Alter rächen. Denn was er im Erstjob verdient, reicht längst nicht bei jedem, um eine Altersversorgung aufzubauen. Und den Sozialversicherungen wird Geld entzogen, das sie mittelfristig dringend brauchen.

Minijobs sind beliebt bei Arbeitnehmern und Arbeitgebern, deshalb traute sich bisher keine Regierung wirklich an Begrenzungen heran. Die schwarz-gelbe Koalition hat die Regeln sogar gelockert, so gibt es inzwischen fast sieben Millionen Minijobber. Das erklärt auch die hohe Zahl der Teilzeitkräfte. Wer bei Teilzeit nur an Mütter kleiner Kinder denkt, die halbtags ins Büro gehen und damit glücklich sind, hat ein falsches Bild. Gerade Frauen in Minijobs wollen Umfragen zufolge oft mehr Stunden pro Woche arbeiten. Für ihre Arbeitgeber ist das wegen der geltenden Minijob-Gesetze meist nicht attraktiv.

Das zu ändern wäre eine wirksame Maßnahme gegen Altersarmut, die zu verhindern ja angeblich allen wahlkämpfenden Parteien ein großes Anliegen ist. Und es wäre viel billiger als die milliardenschweren Rentengesetze, die gerade gegen Altersarmut versprochen werden, von denen aber wenig finanzierbar ist.

 

Arbeitsmarkt
Die Illusion des deutschen Jobwunders

Deutschland feiert seinen starken Arbeitsmarkt. Doch der Erfolg ist teuer erkauft: durch Leiharbeit, Niedriglöhne und die ständige Gefahr des sozialen Abstiegs.

.. und raus bist du

Deutschland feiert sein Jobwunder. Doch der Erfolg ist teuer erkauft: Durch Leiharbeit, Niedriglöhne und die ständige Gefahr des sozialen Abstiegs. Von 

http://www.zeit.de/2013/33/arbeitsmarkt-jobwunder-leiharbeit-niedriglohn

 

Studie Für viele Frauen wird der Minijob zur Falle

Drei Viertel der Minijobber sind Frauen. Sie erhoffen sich damit bessere Vereinbarkeit, kommen aber aus der Erwerbsform kaum mehr raus, zeigt eine neue Studie.

http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-03/studie-minijobs

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