Philosophie Worauf ist noch Verlass?

Für John Locke und David Hume war Erfahrung alles. Bis Immanuel Kant an ihr zu zweifeln begann. von 

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Wenn auch der Boden schwankt, wenn alles kopfsteht und die Welt uns um den Verstand bringt – auf eines, so glauben wir, ist immer Verlass: auf unsere Erfahrung. Die Erfahrung gibt uns festen Halt, sie ist der Anker im Nebelmeer. Wenn die Sonne scheint, dann wird es warm. Und wenn es regnet, dann wird es nass. Wir können uns nicht täuschen, die Sinne sagen uns die Wahrheit. Was wir von der Welt wissen, das wissen wir aus Erfahrung.

Philosophen glaubten das lange Zeit auch, und sie empfanden genauso wie die Menschen auf der Straße. John Locke (1632 bis 1704) zum Beispiel war überzeugt davon, dass all das, was wir wissen, »rein« aus unseren Sinnen und aus unserer Erfahrung stammt. »Woher hat der Geist all das Material für seine Vernunft und für seine Erkenntnis? Ich antworte darauf mit einem einzigen Worte: aus der Erfahrung.« Kaum anders sagte es der scharfzüngige David Hume (1711 bis 1776). Die »Eindrücke«, die uns die Erfahrung verschafft, »sind alle stark und sinnfällig. Sie lassen keine Zweideutigkeit zu. Sie liegen im hellen Licht.«

Doch bald kamen den Philosophen Zweifel. Sie ahnten, dass wir uns zwar im Alltag auf unsere Erfahrungen verlassen können, nicht aber in der Wissenschaft. Die wissenschaftliche Erfahrung ist nämlich von zwei Dingen abhängig: von den Umständen, in denen sie gemacht, und von der Theorie, in der sie formuliert wird. Der Philosoph George Berkeley (1685 bis 1753) glaubte noch, dieses Problem lösen können; die Wissenschaft, meinte er, müsse nur den »Schleier« der Theorie beiseiteziehen und ein paar Undeutlichkeiten beseitigen, dann würden ihr die Objekte klar und wahr vor Augen stehen.

Genau das glaubte Immanuel Kant (1724 bis 1804) nicht mehr. Er glaubte nicht, dass wir das »Wesen« der Dinge »rein« in Erfahrung bringen könnten, denn die Dinge seien immer schon durch unsere »Vorgaben« erfasst. Es gibt kein Ding an sich, es gibt nur ein Ding für uns. Wir erkennen, so Kant, von den Objekten nur das, was wir, die Subjekte, »selbst in sie legen«. Das war Kants kopernikanische Wende, und sie bedeutete damals eine Revolution der »Denkungsart«.

Wenn es kein »Ding an sich« gibt – was folgt daraus für unsere Alltagserfahrung? Kann man überhaupt noch unbeirrt einen Fuß vor die Tür setzen? Müsste man nicht ständig daran zweifeln, ob die empirische Erfahrung, auf einer Bananenschale auszurutschen, theoretisch überhaupt möglich ist? Natürlich hatte es Kant so nicht gemeint, und seine Zeitgenossen durften beruhigt sein: Die Welt der Alltagserfahrung ist zwar unbewiesen, aber bewährt. Morgens geht die Sonne auf, und abends geht sie unter. Mag sich der Wissenschaftler über die Theorieabhängigkeit seiner Erfahrung auch den Kopf zerbrechen – unser Alltag bleibt zum Glück davon verschont.

Und doch ist es mit dieser sauberen Trennung von Wissenschaft und Lebenswelt nicht mehr weit her. Auf ganzer Breite sickern heute wissenschaftliche Erkenntnisse in den Alltag ein und infiltrieren unsere Erfahrung. In Buchhandlungen liegen populärwissenschaftliche Lebensratgeber gleich tonnenweise aus, sie sind die Bibeln der Gegenwart, ihnen glauben wir aufs Wort, sogar bei der Kindererziehung. Pausenlos mathematisieren wir unsere Erfahrung, wir lassen sie statistisch erfassen, vermessen und bewerten, und selbst wer nur ein paar Meter durch den Wald hüpft, vertraut nicht mehr der Erfahrung seines Körpers, sondern nur noch seinem Pulsmessgerät.

Allerdings: Wenn alles in Maßeinheiten verrechnet, wenn alles durch Ratgeberwissen gefiltert und gescannt wird, dann verflüchtigt sich der Wert der gelebten Erfahrung, dann wird sie immer dünner und dümmer. Im Vergleich zu dem, was wissenschaftlich zweifelsfrei »gemessen« werden kann, zieht die Erfahrung von vornherein den Kürzeren, sie wird klein und unscheinbar – man traut ihr nicht mehr über den Weg. »Die Erfahrung«, schrieb der Philosoph Walter Benjamin (1892 bis 1940), «ist im Kurs gefallen… Arm sind wird geworden. Ein Stück des Menschheitserbes nach dem anderen haben wir dahingegeben, oft um ein Hundertstel des Wertes im Leihhaus hinterlegen müssen, um die kleine Münze des Aktuellen dafür vorgestreckt zu bekommen.«

Etwas anderes kommt hinzu, und einem David Hume wäre dies ganz ungeheuerlich vorgekommen: Die Erfahrung der Natur kann uns täuschen. Man denke an den 1. Mai 1986, einen hinreißend schönen Frühlingstag. Die harmlos aussehenden Wolken, die am strahlend blauen Himmel vorüberzogen, waren radioaktiv, sie kamen aus Tschernobyl. Heute wissen wir nicht mehr, ob ein Unwetter noch ein «Naturereignis« ist oder bereits die Folge der Klimakatastrophe. Handelt es sich bei einem Hurrikan noch um »Naturnatur« – oder bereits um »Zivilisationsnatur«?

Nicht wenige Philosophen und Soziologen behaupten, dass sich auch das moderne Subjekt dramatisch verändert hat. Den Insassen der Wissensgesellschaft falle es deutlich schwerer als früher, Erfahrungen zu sammeln: Der Einzelne hat zwar jede Menge Erlebnisse, aber es gelingt ihm nicht mehr, diese Erlebnisse in Erfahrungen zu verwandeln, in eine kohärente »Erzählung« des eigenen Lebens. Doch ohne einen festen Erfahrungskern reagieren die Menschen nur noch reflexhaft und situativ – und eben nicht mehr »klug aus Erfahrung«. Was dann an Lebenserfahrung noch übrig bleibt, das droht durch technische Entwicklungen und Innovationen rasend schnell entwertet zu werden. Das Subjekt der Erfahrung sieht plötzlich »sehr alt« aus.

Was also tun? Die Pragmatiker unter den Philosophen, also jene, die John Dewey (1859 bis 1952) als ihren Helden verehren, raten allen Erfahrungsskeptikern, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten. Mag unsere Identität auch fragiler sein als früher – das Ideal der mündigen, durch Erfahrung gebildeten Person könnten wir gar nicht aufgeben. Die Wissensgesellschaft ist zu unserer »zweiten Natur« geworden, es gibt keinen Notausgang, um ihr zu entkommen. Denn ob wir wollen oder nicht: Wir sind dazu verurteilt, Erfahrungen zu machen. Und sei es nur die, dass unsere Erfahrungen viel brüchiger sind als früher.

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Internet und Demokratie Google ist nicht der Retter der Welt

22.03.2014  ·  Google behauptet, es habe eine „Verantwortung für die Welt“. Und übernimmt dabei nicht einmal Verantwortung für die eigenen Nutzer. Der Internetkonzern eignet sich nicht als Retter der Demokratie, weil er selbst davon lebt, undemokratisch zu sein. Ein Kommentar.

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Google

Edel sei das Unternehmen, hilfreich und gut: So sieht Google sich selbst.

Armes Google. Diese Woche beschwerte sich Konzernchef Larry Page bitterlich über die NSA: Es sei für ihn „furchtbar enttäuschend, dass die Regierung all diese Dinge geheim getan und uns nichts davon gesagt hat“. Solches Handeln schade der Demokratie. Denn „wir können keine Demokratie haben, wenn wir unsere Nutzer vor Dingen schützen müssen, über die wir nie gesprochen haben“. Unabhängig davon, ob überhaupt stimmt, was Page da sagte – laut NSA wussten die großen Konzerne sehr wohl von der Ausspähung – sind diese Sätze interessant. Denn in ihnen steckt Googles Selbstverständnis: Es sieht sich nicht nur als Technologieunternehmen, sondern, mindestens genau so wichtig, als Hüter der Demokratie, als Retter der freien Welt, als „guter globaler Bürger“ (so der Verwaltungsratsvorsitzende Eric Schmidt), der für die Befreiung der Menschen durch das Internet kämpft.

In den Anfangstagen, in der Garage, mag diese Überzeugung vielleicht einmal echt gewesen sein. Inzwischen ist sie nur noch Show. Was nicht heißt, dass Google nicht ernsthaft versuchen würde, sich politisch einzumischen, im Gegenteil: Je mehr das Unternehmen wächst, sich Branche für Branche erschließt, je weiter es sich in den Alltag vortastet, umso häufiger sprechen Googles Manager von den Problemen der Welt, von Terrorismus, Verbrechensbekämpfung, dem Gesundheitswesen – Bereiche, die der Staat reguliert oder regulieren sollte.

„Wir wollen die Welt verbessern“, sagt Google – vor allem die eigene

Die Google-Chefs finden ganz offensichtlich, dass er das nicht gut genug tut. Und dass die Lücken, die er hinterlässt, nur mit Technologie gefüllt werden können. Das belegen sie gerne mit Geschichten, die sie auf ihren vielen Weltreisen erleben. Zum Beispiel in Mexiko: Dort trafen Eric Schmidt und der Leiter von „Google Ideas“, Jared Cohen, „Menschen voller Angst“, die ihre Informationen über Kriminelle in die richtigen Hände geben wollten. Die beiden Amerikaner hatten eine Idee: Wieso können sie ihre Informationen nicht einfach als verschlüsselte Pakete in ein Netzwerk einspeisen, von wo aus die „tools“ sie dann an die richtigen Stellen weiterleiten? Es ist nicht schwer zu erraten, wer die „tools“ gerne zur Verfügung stellen würde. Google verbirgt seine Ziele ja gar nicht: „Wir wollen die Welt verbessern“, heißt es in Interviews, oder, in den Worten des offiziellen Firmenmottos: „Don’t be evil“.

Doch Google eignet sich schon deshalb schlecht als Retter der Demokratie, weil es selbst davon lebt, undemokratisch zu sein. Welcher Nutzer kann bei Google schon mitbestimmen, geschweige denn kontrollieren, was genau mit seinen Daten geschieht? Dazu müssten die Nutzer aufgeklärt sein, wissen, wie Google sein Geld verdient. Aber Google hat nichts von mündigen Nutzern. Es ist im Gegenteil angewiesen auf Leute, die sich nicht daran stören, dass in den Datenschutzbestimmungen steht, Google erfasse „möglicherweise“ gerätespezifische Informationen und Standortdaten und verknüpfe „unter Umständen“ personenbezogene Daten aus den verschiedenen Diensten; es gebe „möglicherweise zusammengefasste, nicht-personenbezogene Daten an die Öffentlichkeit und unsere Partner weiter“.

Googles Algorithmen setzen Unschuldsvermutung außer Kraft

In Deutschland wurde Google wegen zu vager Formulierungen von der Bundeszentrale Verbraucherschutz verklagt. Die erste Instanz gab dem Kläger recht, aber Google legte – anders als etwa Microsoft, das in einem ähnlichen Verfahren nachgab – Berufung ein. So ist Zeit gewonnen, in der alles so intransparent bleiben kann, wie es ist. Es klingt deshalb wie Hohn, wenn die Google-Chefs immer dann, wenn sie darüber sprechen, was ihre Dienste alles so können, hinzusetzen, dass dies selbstverständlich nur mit „Ihrer Erlaubnis“ – also der Erlaubnis der Nutzer – möglich sei. Die wenigsten Nutzer würden wohl sagen, Google bewusst erlaubt zu haben, frei mit den eigenen Daten zu jonglieren. Entweder man hat die Nutzungsbedingungen noch nie gelesen oder versteht nicht, was sie bedeuten.

Google, das behauptet, eine „Verantwortung für die Welt“ zu haben, übernimmt nicht einmal Verantwortung für die eigenen Nutzer. Seine Algorithmen setzen die Unschuldsvermutung, die in einem Rechtsstaat gilt, ebenso außer Kraft wie die Verjährung von Straftaten, die nach verbüßter Haft irgendwann aus dem Führungszeugnis gelöscht werden. Google hält dagegen mit Argumenten wie: „Zur Architektur des Internets gehört nun die Dauerhaftigkeit von Daten“ (Eric Schmidt). Wenn man viel Geld und Zeit hat, Max Mosley heißt oder Bettina Wulff, kann man gegen diese Dauerhaftigkeit klagen. Nun darf Google in Deutschland zwar Mosleys Sexpartybilder nicht mehr zeigen, aber die erste Ergänzung zu seinem Namen ist immer noch „intime Party“.

Was ist erst mit denen, die kein Geld für eine Klage haben? Google weiß genau, dass gerade Jugendliche im Netz Hilfe gut gebrauchen könnten. Jared Cohen hat das einmal unfreiwillig auf den Punkt gebracht. Er wollte davon erzählen, wie großartig das Datensammeln in der Terrorismusbekämpfung sein kann und schilderte die Geschichte eines Al-Qaida-Kämpfers, den die Amerikaner in Pakistan lange vergeblich gesucht hätten. Er habe ständig seine SIM-Karten gewechselt. Doch ein paar Jahre später, der Terrorist war nun 26 Jahre alt, rief er seinen (sicher ebenfalls überwachten) Cousin in Afghanistan an und sprach ausführlich mit ihm über dessen Hochzeit. Er habe wohl gedacht, er brauche nicht so vorsichtig zu sein wie sonst, da es in dem Gespräch um soziale, nicht um „professionelle“ Dinge gegangen sei, sagte Cohen. Und feixte: Jugendliche plus Technologie sei nun mal gleich Fehler.

Vermutlich fiel ihm gar nicht auf, dass er sich nicht bloß über den dämlichen Terroristen, sondern auch über alle anderen Jugendlichen lustig machte, die Suff- oder Nacktbilder ins Netz stellen. Aber auch darauf hat Google eine Antwort: Die Eltern sollen sich kümmern. Klar kann man von einer Firma nicht verlangen, seine Kunden vor Fehlern zu bewahren, die ihre Geschäftsgrundlage bilden. Aber dann sollte Google auch mit so großen Begriffen wie „Verantwortung“ sparsamer umgehen.

Den Konzern dürfte die Frage, ob er der richtige ist, die Welt zu retten, nicht übermäßig quälen. Wenn Google Politik machen will, dann macht es das. Im Jahr 2013 gab das Unternehmen laut Angaben des „Center for Responsive Politics“ knapp 16 Millionen Dollar für Lobbying aus – weit mehr als alle anderen Netzfirmen. Als Nächstes folgt Microsoft mit 10,5 Millionen, dann Facebook mit 6,4 Millionen. Google selbst tritt als Anwalt seiner eigenen Interessen kaum in Erscheinung. In Brüssel, so beschreibt es der grüne Europa-Abgeordnete Jan Philipp Albrecht, der für das Europäische Parlament die Verhandlungen über die geplante Datenschutzverordnung führt, habe noch niemand einen Vertreter von Google offiziell etwas zu einem politischen Thema sagen hören. Doch man habe oft das Gefühl, von Dritten – Stiftungen und Anwaltskanzleien, die Google mitfinanziere – das zu hören, was der Konzern denkt, aber nicht selbst sagen will.

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Google verschleiert seine Meinungen, weil es nicht als profithungriger Megakonzern wahrgenommen werden will, der auf Bürgerrechte pfeift, sondern als politisch sensibler Konzern, der sein buntes Kinderlogo aus Anlass der Winterspiele in Sotschi in Regenbogenfarben zeigt. Sollte diese Show irgendwann nicht mehr funktionieren, geriete Google in die Krise. Die Angst davor sprach auch aus dem, was Larry Page diese Woche sagte. Er fürchte, dass die NSA eine Paranoia vor dem Verlust der Privatsphäre nähre. „Wir denken nicht daran, wie gut und hilfreich es sein kann, die richtigen Daten auf die richtige Art und Weise zu teilen“, sagte Page. Gut und hilfreich, aber das erwähnte er nicht, auch und vor allem für Google.

In der Mitte des Lebens Jetzt kommt es darauf an

Wer das Alter gesund erleben will, muss mit fünfzig Geist und Körper fordern
von Martin Spiewak

http://www.zeit.de/2014/10/alter-kognitive-entwicklung-gedaechtnis/komplettansicht

Jedes Mal passiert es wieder. Der Professor kommt ins Seminar und blickt in die Runde seiner Studenten. Er kennt die Gesichter, er sieht sie jede Woche. Die Studentin vorne links zum Beispiel, sie meldet sich bei Fragen fast immer als Erste. Und der Brillenträger hinten rechts spielt unter dem Tisch oft mit seinem Handy. Nur eines weiß der Professor nicht: wie all diese jungen Leute heißen. Am Ende des Semesters kennt er nicht einmal ein Drittel der Kursteilnehmer mit Namen.

Früher wäre dem Professor so etwas nicht passiert. Früher war der Professor aber auch nicht fast fünfzig. “Es hat mich schon erschreckt”, sagt Martin Korte, “dass mir etwas Probleme bereitet, das ich vorher spielend konnte.” Dabei kam die Erkenntnis für Korte nicht überraschend. Der Biologieprofessor, geboren 1964, pflegt als Spezialgebiet die Gedächtnisforschung. Er weiß: “Die Fünfzigermarke ist eine Schwelle, an der unsere Merkfähigkeit deutlich nachlässt.”

Mit zunehmenden Alter wird das Gehirn weniger stark durchblutet und mit Sauerstoff versorgt. Die Zahl der Zellen im Hirn schrumpft, die Weitergabe der Impulse verlangsamt sich. Dieser Abbauprozess beeinträchtigt besonders das Kurzzeitgedächtnis. Im Schnitt können 25-Jährige sich noch sieben Zahlen leicht merken, 55-Jährige bloß noch fünf.

Ältere Menschen lassen sich leichter ablenken

Ein Grund dafür ist die nachlassende Fähigkeit, sich zu konzentrieren und Ablenkungen abzuwehren. So fällt es jüngeren Versuchsteilnehmern bei Experimenten relativ leicht, am Computer auch dann Aufgaben zu lösen, wenn die Bildschirmfarben wechseln oder Geräusche ertönen. Ihr Hirn filtert die Störsignale einfach heraus. Ältere Probanden dagegen lassen sich eher aus dem Konzept bringen, machen deshalb mehr Fehler oder benötigen mehr Zeit für die Lösung.

Gleichzeitig sinkt im Alter die Fähigkeit, gespeichertes Wissen abzurufen. Das liege nicht an der Größe des Speichers, meint Gedächtnisforscher Korte, “der ist so gut wie unbegrenzt”. Um Neues zu lernen, setzen die Jahre dem Menschen im Prinzip keine Grenze. Selbst Siebzigjährige können noch eine neue Sprache erlernen. Das Problem beim Erinnern dürfte eher sein, die spezifische Information – ein Gesicht, einen Buchtitel, ein bestimmtes Wort – aus der Menge der Erinnerungen abzurufen. Es ist wie das Auffinden eines Buchs in einer Bibliothek. Je größer der Bestand, desto mühsamer die Suche.

Das menschliche Gehirn wird oft mit einem Computer verglichen. Tatsächlich verliert der menschliche Denkapparat mit wachsenden Jahren an Rechengeschwindigkeit. Eines jedoch hat er einem alternden Computer voraus: Das Gehirn gleicht Verluste dadurch aus, dass es sein “Programm” permanent verändert. Es kann seine Leistungsfähigkeit stellenweise sogar steigern.

In einer der umfangreichsten Studien über das kognitive Altern beobachten amerikanische Wissenschaftler um die Psychologin Sherry L. Willis seit über fünfzig Jahren mehr als 6.000 Teilnehmer. Alle sieben Jahre untersuchen sie deren geistige Fitness. Das Ergebnis der Seattle Longitudinal Study überraschte selbst die Forscher: Nur in zwei von sechs Testkategorien – bei der Reaktionsschnelligkeit und der Rechenfähigkeit – schnitten die älteren Jahrgänge schlechter ab. Ansonsten nahmen die Fähigkeiten mit dem Alter zu und hatten ihren Höhepunkt zwischen 55 und 60 Jahren. Die reiferen Probanden fanden beispielsweise mehr Synonyme für bestimmte Begriffe und taten sich leichter dabei, Informationen zu deuten und Zusammenhänge zu erkennen.

Mit dem Alter kommen neue Stärken

In der Lebensmitte entwickelt das Gehirn offenbar auch neue Stärken. Es vermag besser Informationen zu verknüpfen und Wichtiges vom Unwichtigen zu trennen. Der Psychologe Arthur F. Kramer von der Universität Illinois konnte das an Fluglotsen zeigen. Jüngere Lotsen reagierten in Routinesituationen schneller. Die Älteren dagegen waren im Vorteil, wenn Unvorhergesehenes passierte oder die Informationen vieldeutiger wurden.

Ihre “bessere Performanz in komplexen Situationen” verdanken ältere Fluglotsen wahrscheinlich ihrer langjährigen Expertise, schreiben die Wissenschaftler im Journal of Experimental Psychology. Ähnliche Experimente gibt es mit Sekretärinnen. Während jüngere Bürodamen schneller tippen, ahnen ältere Kolleginnen aus vorherigen Diktiersitzungen, welcher Text als Nächstes folgt, und können so die fehlende Schreibgeschwindigkeit kompensieren.

Erfahrung kann man messen. Es fällt aber schwer, sie in einer konkreten Situation zu erklären. Sie ist einfach da und liefert Antwort auf eine komplexe Frage mitunter im Bruchteil einer Sekunde. Das nennt man Bauchgefühl. Mit Gefühlen hat das aber wenig zu tun. Intuition ist nichts anderes als Erfahrungswissen, welches das Gehirn in unzähligen ähnlichen Situationen erworben und als Musterlösungen gespeichert hat. Deshalb stellen ältere Ärzte mitunter schon nach kurzer Untersuchung die Diagnose. Erfahrene Personalchefs spüren bereits in den ersten Minuten eines Vorstellungsgesprächs, ob der richtige Kandidat vor ihnen steht. Und der alte Hase im Journalismus “wittert” eine Geschichte, wo der Neuling nur einen Haufen Fakten sieht.

Erfahrung – Intelligenzforscher sprechen von kristalliner Intelligenz – könnte der Grund sein, warum es das mittlere Alter überhaupt gibt. Evolutionsbiologisch gesehen, wirken die vielen Jahre, die dem Menschen zwischen dem Ende der Zeugungsphase und dem Tod bleiben, erst einmal überflüssig. Eine Erklärung könnte sein, dass Frauen wie Männer das Überleben der Gengemeinschaft nicht nur durch Fortpflanzung, sondern auch durch ihre Erfahrung zu sichern hatten. Sei es, dass sie die Jüngeren bei der Aufzucht der Brut unterstützten, sei es, dass sie beim Aufspüren oder Erlegen von Essbarem halfen.

“Die erfahrenen Männer und Frauen nahmen im komplexen System der Nahrungsbeschaffung wahrscheinlich eine Schlüsselrolle ein”, schreibt der Biologe David Bainbridge in seiner Naturgeschichte des mittleren Alters. Tiere, die ähnlich alt werden wie der Mensch, zeigen ähnliche Muster. Bei den Elefanten sind es die erfahrenen Tiere, welche die Herde in Zeiten der Trockenheit zu den wenig bekannten Wasserstellen führen.

Lesen und Lernen als Alzheimer-Prävention

Dabei sind die gelebten Jahre allein nicht von Vorteil. Die individuellen Unterschiede bei der geistigen Leistungsfähigkeit im mittleren Alter sind riesig. Nur wer Erfahrungen macht, kann einmal ein erfahrener Alter sein. So überrascht es nicht, dass sich Bildung als der beste Indikator für mentale Fitness im mittleren Alter erweist. Das zeigt das Midus-Projekt (Midlife in the United States), die größte Studie über diese Lebensphase weltweit. Im Durchschnitt seien Menschen mit einem Collegabschluss nicht nur körperlich, sondern auch geistig so gesund wie zehn Jahre Jüngere ohne Hochschulabschluss, schreibt Midus-Forscherin Margie E. Lachman.

Die Midus-Studie förderte eine weitere Erkenntnis zutage: Auch jenseits der fünfzig zahlt es sich aus, das Denken zu trainieren, und zwar gerade bei Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss. Wenn sie ihr Gehirn regelmäßig beschäftigen – durch Lesen, Schreiben oder gezieltes Lernen –, machen sie die größten Sprünge. Gleichzeitig schützen sie sich vor Krankheiten wie Alzheimer. Noch weiß man wenig darüber, wann die Krankheit beginnt. Fest steht jedoch: Wer im mittleren Alter geistig mobil ist, fällt seltener der Demenzerkrankung anheim.

Tatsächlich scheint um das fünfzigste Lebensjahr herum ein Umschlagpunkt zu liegen. Wer mit fünfzig beginnt, regelmäßig Sport zu treiben, ist, statistisch gesehen, für die Gebrechen des Alters ebenso gut gerüstet wie jemand, der schon immer durchs Leben joggte. Wer dagegen erst mit sechzig die Bewegung entdeckt, kann die Folgen der immobilen Jahre nicht mehr ausgleichen. “Unser Leben im Alter wird in den mittleren Jahren entschieden”, sagt der Biologe Martin Korte. Die Ratschläge, die er in seinem Buch Jung im Kopf formuliert, sind simpel: Ernährt euch gesund, bewegt euch regelmäßig, und geht unter Menschen. Letzteres vor allem: Kaum eine andere Aktivität fordert – durch Reden und Zuhören sowie das permanente Beobachten von sich selbst und anderen – so viele Hirnregionen gleichzeitig wie ein normales Gespräch. Freundschaften sind das beste Hirnjogging.

Das Kurzzeitgedächtnis schwächelt, die Konzentration lässt nach. Aber das Gehirn zeigt auch neue Stärken: Es verknüpft sehr schnell Informationen und trennt Wichtiges von Unwichtigem.

Denken ist die Simulation gemachter Erfahrungen”

Auf welche Weise verändert unser Erleben das Gehirn? Ein Gespräch mit dem Ulmer Kognitionspsychologen Markus Kiefer von 

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Buchempfehlung – R.Willemsen Das Hohe Haus

Das Hohe Haus

Das hohe Haus

Eine Deutschlandreise anderer Art, zugleich ein Versuch, der so noch nicht unternommen wurde: Ein Jahr lang, von der ersten Sitzungswoche bis zur letzten und an jedem einzelnen Sitzungstag, besuchte Roger Willemsen den Deutschen Bundestag und verfolgte von der Tribüne das Geschehen. Keine Stunde war zu spät, kein Thema zu entlegen, als leidenschaftlicher Zeitgenosse wollte er aus der Perspektive des Augenzeugen, des mündigen Bürgers erfahren, auf welche Weise das Parlament das demokratische Individuum repräsentiere, welche Themen bestimmend seien, wie sich Entscheidungen bildeten, wie sie verhandelt wurden und welche Beobachtungen sich für einen Autor ergäben, der keine tagesaktuellen Wichtigkeiten zu ermitteln hat und sich auch nicht auf Fernsehbilder verlässt.

Willemsen konzentrierte sich auf den Bundestag, als das Zentrum der Demokratie, den Ausgangpunkt von Entscheidungen, die das gemeinschaftliche und somit auch sein eigenes Leben prägen. Zugleich betrat er das „Hohe Haus“ zu einem Zeitpunkt der Krise des Parlaments als „Entscheidungsmitte“ der repräsentativen Demokratie.

Was er beobachtet, das sind die kleinen Szenen an Nebenschauplätzen, die großen Debatten und Feierstunden, Situationen der Rührung, der Freude, des Schreckens sogar und des Protests. Darunter sind Momente, die keine Öffentlichkeit gefunden haben und Situation, die jedem Klischee vom Bundestag widersprechen. Ebenso aber finden sich ernüchternde Beobachtungen aus der Stammeskultur des Parlamentariers und seinen Riten. „Das Hohe Haus“ ist der Bericht eines Augenzeugen, der voraussetzungslos schaut und tagebuchartig erzählt und protokolliert, selbst erstaunt, als wie ergiebig sich diese Perspektive erweist. Als Dieter Hildebrandt von dem Projekt erfuhr, rief er aus: „Warum ist auf diese Idee noch niemand gekommen!“

Auf der Bühne präsentiert Willemsen seine parlamentarischen Exkursionen gemeinsam mit der Schauspielerin Annette Schiedeck und dem Hörfunk-Moderator Jens-Uwe Krause.

Roger Willemsen veröffentlichte sein erstes Buch 1984 und arbeitete danach als Dozent, Übersetzer und Korrespondent aus London, ab 1991 auch als Moderator, Regisseur und Produzent fürs Fernsehen. Er erhielt u. a. den Bayerischen Fernsehpreis und den Adolf-Grimme-Preis in Gold, für seine Bücher den Rinke- und den Julius-Campe-Preis, zuletzt den Prix Pantheon-Sonderpreis. Willemsen ist Honorarprofessor für Literaturwissenschaft an der Humboldt-Universität in Berlin, Schirmherr des Afghanischen Frauenvereins und steht mit zahlreichen Soloprogrammen auf der Bühne. Seine Bestseller ›Deutschlandreise‹, ›Gute Tage‹, ›Afghanische Reise‹, ›Kleine Lichter‹, ›Der Knacks‹, ›Bangkok Noir‹, ›Die Enden der Welt‹ und ›Momentum‹ erschienen im S. Fischer Verlag und im Fischer Taschenbuch Verlag. Sie wurden in viele Sprachen übersetzt.

http://www.roger-willemsen.de/programm/das-hohe-haus/

Das Hohe Haus – Ein Jahr im Parlament – Sachbuch – Hardcover

Preis € (D) 19,99 | € (A) 20,60 | SFR 28,90 – ISBN: 978-3-10-092109-3

Fischer Verlag  http://www.fischerverlage.de/buch/das_hohe_haus/9783100921093

Leseprobe: RW Leseprobe LP_978-3-10-092109-3

Interview zum Buch in Pelzig haelt sich vom 18.03.2014 ( 7 Tage online)
zdf : http://www.zdf.de/ZDFmediathek#/beitrag/video/2110768/%22Pelzig-h%C3%A4lt-sich%22-vom-18-M%C3%A4rz-2014

Smartphone-Reklame Werbebotschaften aus heiterem Himmel

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzwirtschaft/smartphone-reklame-werbebotschaften-aus-heiterem-himmel-12849656.html

18.03.2014  ·  Eine neue Technik aus den Vereinigten Staaten befördert ortsbezogene Werbung direkt aufs Smartphone. Befürworter sehen in „Beacons“ eine Chance. Datenschützer wittern hingegen Gefahren.

Von Martin Gropp

In Sharp Increase Over Last Year, Over Half Of Adults In U.S. Own Smartphones

Ein neuer Hype: Das Interesse an der Beacon-Technologie ist groß.

Wer in diesen Tagen über den Münchner Viktualienmarkt geht und am Geschäft des Müsliherstellers Mymuesli vorbeikommt, könnte unter Umständen eine unerwartete Einladung erhalten. Per Direktnachricht auf das Smartphone versucht das Passauer Unternehmen für individuell zusammengemischte Frühstücksflocken gerade Laufkundschaft in seinen Laden zu lotsen. Dort soll sie den erst vor kurzem neu auf den Markt gebrachten Mymuesli-Drink probieren.

Möglich macht diese Form der standortbasierten Vermarktung eine neue Technik, die aus den Vereinigten Staaten kommt und die nach Meinung mancher Marktbeobachter jetzt auch in Deutschland vor dem Durchbruch steht. Zusammengefasst wird diese Technik unter dem englischen Stichwort Beacon, was Leuchtfeuer bedeutet. Ähnlich wie ihre Pendants aus der Schifffahrt haben diese digitalen Leuchttürme eine Leitfunktion: Sie sollen Kunden auf Produkte aufmerksam machen und sie so am besten auf dem direkten Weg zur Kasse schicken. Mit Beacons können Kunden aber auch weitere Informationen in Geschäften erhalten. Die Technik nutzt den Funkverbindungsstandard Bluetooth, um ihre Botschaften zu senden. Nur wenn die Fußgänger auf dem Viktualienmarkt diese Schnittstelle an ihren Handys eingeschaltet haben, können sie die Einladung erhalten.

Marktforscher sehen großes Potential für Beacons

Doch ist das nicht die einzige Voraussetzung, wie Benjamin Thym vom Berliner Beacon-Anbieter Barcoo erklärt. Sein Unternehmen, das bisher vor allem für die gleichnamige Barcode-Scanner-Anwendung bekannt ist, hat die Beacon-Lösung für Mymuesli in München umgesetzt. Sie funktioniere nur, wenn die Passanten auch gleichzeitig die Barcoo-Anwendung installiert haben, mit der sie sich bisher über Produkte informieren oder Preise vergleichen können. Außerdem müssen sie der Standortortung explizit zugestimmt haben, um standortbasierte Nachrichten zu erhalten, sagt Thym. Zudem sind die Beacons seines Unternehmens derzeit nur für das Apple-Betriebssystem iOS ausgelegt. Eine Lösung für Smartphones mit dem weiter verbreiteten Android-Betriebssystem solle „in wenigen Wochen folgen“. Die Entwicklung stehe aber auch in anderer Hinsicht noch am Anfang. Noch seien die lockenden Nachrichten an die Allgemeinheit gerichtet. Erst im Laufe des Jahres plant Barcoo, sie auf die jeweiligen Nutzer zuzuschneiden.

 

Gerade in dieser Individualisierungsmöglichkeit sehen Marktforscher großes Potential für die Beacons. Die Position eines Individuums auf wenige Meter bestimmen zu können sei ein Schlüssel, um hochrelevante Informationen zu liefern, schreibt das Analystenhaus Gartner. Es geht davon aus, dass Beacon-Dienste in diesem Jahr ein großes Wachstum verzeichnen.

Im November hatte schon das deutsche Beratungsunternehmen Mücke, Sturm& Company die Lösung des amerikanischen Elektronikkonzerns Apple namens iBeacon fast frenetisch gefeiert. „Mit iBeacon profitieren Kunden von vielen Angeboten und Services während ihres gesamten Einkaufs“, schrieben die Berater. Und für die Unternehmen sei die Bluetooth-Technik eine kostengünstigere Möglichkeit als der lange propagierte Funkstandard Near Field Communication (NFC). „1,5 Millionen Euro reichen aus, um 5 Prozent der Verkaufsfläche des deutschen Einzelhandels auszustatten. iBeacon ist sehr erfolgversprechend.“ Ähnlich sieht es der Verband der Internetwirtschaft, Eco. Die Technik liefere „die Grundlage für neue Ökosysteme wie das mobile Bezahlen und die Indoor-Navigation mit immensen Marktpotentialen“.

Pilotprojekte starten bald auch in Deutschland

Längst haben deshalb außer Apple auch andere Unternehmen diese Möglichkeiten entdeckt. Vorne mit dabei ist der amerikanische Bezahldienstanbieter Paypal, der im September Beacons einführte, um „die Einkaufserfahrung in Geschäften neu zu erfinden“. In den kommenden Monaten wird das Unternehmen voraussichtlich auch in Deutschland erste Pilotprojekte starten.

Barcoo-Geschäftsführer Thym spricht deshalb von einem „Hype“. Sein Unternehmen hat neben Mymuesli in München auch schon die Niederlassung der Deutschen Bank an der Friedrichstraße in Berlin mit Beacons ausgerüstet. Dort erhalten Passanten Hinweise auf eine Ausstellung in der Niederlassung. In einigen Gastronomiebetrieben im Stadtteil Kreuzberg sei die Technik auch schon im Testgebrauch. Mit anderen Interessenten sei er in guten Gesprächen, etwa mit Supermärkten. Barcoo verdient je nach Größe der Läden an Gebühren für die Technik und die Bereitstellung der Dienstleistung. Das Startangebot beginnt bei 50 Euro je Geschäft.

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Für die Zukunft sieht Thym auch andere Einsatzmöglichkeiten, etwa die Außenwerbung. Als Beispiel nennt er Plakatwerbung auf Supermarktparkplätzen. Hingen dort unterschiedliche Plakate für unterschiedliche Zielgruppen, könnten in den Plakaten installierte Beacons in der Zukunft gezielt diejenigen Kunden ansprechen, bei denen sie die größten Chancen auf einen Kauferfolg haben. Habe zum Beispiel ein Barcoo-Nutzer schon einmal mit der App Shampoos gescannt, um mehr über die Pflegemittel zu erfahren, würde ein Plakat mit Shampoo-Werbung diesen Kunden direkt ansprechen können.

Thym weiß, dass manche Menschen solche Vorstellungen bedenklich finden könnten. „Ich kann verstehen, dass das unheimlich anmuten mag“, sagt er. „Aber für Nutzer unserer Anwendung erfolgt die Ansprache zu 100 Prozent anonymisiert. Wir wissen zum Beispiel nicht, wer der Nutzer ist oder wo er wohnt.“ Und wegen der zuvor eingeholten Einwilligung sei es auch mit den deutschen Datenschutzgesetzen konform. Auf die Pflicht zur Einwilligung verweist auch Thilo Weichert vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig-Holstein. „Standortdaten dürfen nach dem Telekommunikationsgesetz nur dann erhoben werden, wenn sie für einen Dienst absolut erforderlich sind oder aber eine Einwilligung des Nutzers vorliegt“, sagt Weichert. Doch meist stehe diese Einwilligung im Kleingedruckten. Die Verbraucher sollten daher aufmerksam sein, wenn es um mögliche Änderungen in Bezug auf standortbasiertes Marketing geht.

Quelle: F.A.Z.

Caballerizas – 2 articulos mas

Al parecer algunos interesados han tenido dificultades de poder acceder y leer diversas publicaciones relacionadas con la polémica de las Caballerizas en El Levante de la semana pasada. Aqui su reproduccion:

El Levante 13.3. 2014

http://www.levante-emv.com/opinion/2014/03/13/desmontando-valenciaesmontando-valencia/1089415.html?utm_medium=rss

Desmontando Valencia

13.03.2014 | 02:27 -R. Ventura-Melià

Los vecinos del barrio de la Seu andan alzados contra el plan del señor Serra, que vive en la plaza de San Luis Beltrán, junto a l´Almodí, para derribar unas antiguas caballerizas de un palacio que adquirió hace años para elevar un nuevo edificio. Personalidad sobrada tiene el inmueble en el que reside, hace mucho tiempo restaurado y no sé por qué necesita más espacio cuando muchas familias se han de conformar con 90 metros de superficie.
A mí me explicaron los Font de Mora que en este antiguo palacio vivían ellos y que era de los Montesinos (cuyo blasón campea en la portalada). Aquí han nacido Lluís Font de Mora, el economista y exconseller, o su hermana, que casó con un Caruana. También creo que Pedro Agramunt o su madre, vivió aquí. Como fuera lo vendieron y llegó el industrial (un especialista en arte, me dijo, hace 30 años: «ferros, ferros i ferros»).
Por entonces se supo que poseía una gran colección de pintura gótica valenciana. Desconozco si jamás ha hecho una jornada de puertas abiertas como buen vecino… O si ha prestado obras a exposiciones de nuestros reputados museos. Me huele que no ha hecho ninguna donación, por ahora. Hay descuentos de Hacienda si insinúas esa futura intención.
Lozano, el arquitecto responsable del proyecto, o del más ambicioso para la dársena, y actual miembro del CVC „por impulso de Consuelo Ciscar„, se escuda en que total «hay dos arcos» que se conservarían. Me temo que si empieza a hacer cimientos saldrá la Valentia romana y tendrá más problemas de los que cree. Podría utilizar el edificio colindante con el palacio, mucho más grande y que necesita restauración. Amenaza caerse si no se actúa. Esa sí que fue la casa natal del santo.
Este ayuntamiento lo permite todo. Hace poco echaron una casa que parecía del siglo XIX y como me señaló Carlos Soler, la dovela y otros elementos eran del XV o XVI. Y en la Bosseria han derribado otra que ha dejado varias columnas góticas en el suelo, como si nada. Van asolando Valencia. Y presumen de amar «lo nostre». Un amor que casa mal con la especulación.
Tras la burbuja de la Copa del América cerraron varios hoteles, como el Sidi Saler. O que han cambiado de empresa, como el Abasiri, que reabrió SH, el Hilton ahora con la cadena Meliá. Aunque el año pasado aumentó el número de turistas no así los ingresos. No me opongo a que el edificio sea hotel, como si Calatrava convierte su casa de la plaza de la Virgen en uno. De hecho ocupa parte de la plaza abusivamente. Va a ser un destino con difícil acceso y no digamos el aparcamiento en la zona…
Los Serra ya añadieron un sobreelevado polémico, para el hijo. Pasó a pesar de que llegó a discutirse su idoneidad. Los edificios históricos son patrimonio y deben respetarse. Los miembros del CVC han de ser los primeros en implicarse en su conservación. O dejar la poltrona y dedicarse al negocio privado. No veo que sea éticamente compatible.

El LEvante 14.03.2014

Una asociación pedirá que el palacio Escrivà abra al público

La plataforma Paco Leandro se opone al derribo de las caballerizas y alegará contra el nuevo edificio para albergar la colección de arte Serra de Álzaga

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14.03.2014 | 03:54 H. Garcia

valencia La Plataforma Paco Leandro presentará alegaciones al plan especial de protección (PEP) de monumentos del centro histórico cuya exposición al público se aprobó en el último pleno. En concreto, este colectivo ciudadano, heredero de la extinta Asociación de Amigos del Centro Histórico, se opone al derribo de unas antiguas caballerizas situadas en la plaza de los Condes del Real para la ampliación del Palacio Escrivà y con objeto de ganar espacio para la colección de arte de los Serra de Álzaga, dueños del citado palacio y de las caballerizas.
El portavoz de la plataforma, Carlos Sánchez-Pescador, explicó que su intención es evitar que se derribe este edificio, a su juicio, insuficientemente estudiado y documentado. Consideran que el estudio arqueológico que se hizo en 2005 no es concluyente ya que no se hicieron catas en el interior del edificio, donde se conservan varios arcos medievales, ménsulas y antiguos pesebres.
Para la plataforma la construcción de un edificio de cuatro alturas proyectada por el dueño del Palacio Escrivà, Ramón Serra de Álzaga, no se justifica ya que no existe ningun elemento que haga pensar que la colección quedará abierta al público. La platafoma, en este sentido, alegará para que el Palacio Escrivà, que alberga una valiosa colección privada de pintura gótica y renacentista, establezca un régimen de visitas en cumplimiento de la ley de Patrimonio, que obliga a abrir al público los Bienes de Interés Cultural. «Lo ha hecho hasta el palacio de Liria», recalcó el portavoz de la plataforma.
El plan especial de monumentos prevé incluir las caballerizas en el entorno BIC del palacio Escrivà, lo que según el concejal de Urbanismo, Alfonso Novo, garantiza la protección del inmueble. Sin embargo, el citado plan permite descatalogar el edificio en determinados supuestos y acreditando que se destinará a un fin museístico. La construcción de un edificio moderno de cuatro plantas en sustitución de las caballerizas, que sólo tienen una planta, desvirtuará la imagen y el encanto de la plaza que se convertirá en un tubo», advierte la plataforma.
La plataforma Paco Leandro instará al dueño del Palacio Escrivà a dignificar la medianera recayente a la plaza Condes del Real así como a restaurar la casa de San Luis Beltrán, contigua al palacio y propiedad también de los Serra, en cuyo interior se conservan interesantes conjuntos de cerámica valenciana y que presenta riesgo estructural por el sobreelevado de los años 60.