Unwörter mit Abgrundhintergrund

Fraktur – Die Sprachglosse Unwörter mit Abgrundhintergrund

01.03.2013 ·  Anmerkungen eines vom deutschen Umerziehungswesen Erreichten zur neuesten Liste des Schreckens.

Von Berthold Kohler

Endlich wieder Zucht und Ordnung!
 
ravo, Nationale Armutskonferenz, bravissimo! Endlich scheinen wir den Verbündeten im Kampf gegen die Gleichschaltung unserer Sprache gefunden zu haben, nach dem wir so lange suchten. (Gleich eine Zwischenfrage an unsere neue Waffenschwester: Dürfen wir das historisch doch schon ziemlich kontaminierte G-Wort eigentlich noch benutzen? Vielleicht sollten wir es auch hier besser durch „Gleichstellung“ ersetzen.)

Toll, dass Sie mit uns den „Migrationshintergrund“ in den Sprachabgrund stürzen wollen! An diesem Beispiel sieht man nur zu genau, wohin es führt, wenn im Zeichen der sprachlichen Korrektheit so schlimme Wörter wie „Einwanderer“ oder gar „Ausländer“ bedenkenlos gegen vermeintlich harmlose Begriffe ausgetauscht werden. Sie schreiben, mit dem „Migrationshintergrund“ würden Klischees reproduziert, außerdem würde er der sehr unterschiedlichen Herkunft der damit belegten Personen nicht gerecht. Weil sie leider keinen Ersatz vorgeschlagen haben, haben wir es einmal versucht. Wie wäre es mit: Person internationaler („ausländischer“ geht auch hier gar nicht!) Abstammung aus einem noch näher zu bezeichnenden, in jedem Fall aber von der UN anerkannten Staat, der man keinesfalls unterstellen darf, dass sie  schlecht ausgebildet, kriminell oder gar „sozial schwach“ (Spitzenreiter Ihrer Unwort-Hitparade) ist.

Schuldvorwurf an die Nichterreichten

Ihr Verbesserungsvorschlag zu den „bildungsfernen Schichten“ (früher, horribile dictu, schlicht „Dumme“ genannt) leuchtet zwar ein, kommt uns offen gesagt aber immer noch leicht diskriminierend vor: „Vom Bildungswesen nicht Erreichte“ – da hört man den Schuldvorwurf an die Nichterreichten (ehemals kurzerhand als „Schulschwänzer“ gebrandmarkt) doch geradezu heraus. Besser wäre unserer Meinung nach: Personen, bei denen sich unser unterentwickeltes staatliches Bildungswesen, in das immer noch zu oft die unqualifizierten Eltern hineinpfuschen, nicht auch nur annähernd ausreichend darum bemüht hat, das vorhandene geistige Potential zur vollen Entfaltung zu bringen.

Vollkommen überzeugend dagegen Ihre Einwände gegen die „Flüchtlingsfrauen“ („Überflüssig, weil das Wort Flüchtlinge beide Geschlechter umfasst. Ansonsten: ähnlich diskriminierend wie Arztgattin“). Genau: Weibliche Formen nur bei positiver Konnotation. Also niemals: Sehr geehrte Verbrecher und Verbrecherinnen! Auch nicht: Liebe Spieler und Gespielinnen! Wie aber sollen wir dann die sogenannten Spielerfrauen nennen, die wir nicht nur ob dieser sprachlichen Stigmatisierung schon immer bedauert haben, sogar mehr noch als die armen Arztgattinnen?

Leider sind uns schreckliche Sachen aufgefallen

Derart von Ihnen zum kritischen Hinterfragen animiert, mussten wir uns natürlich auch Gedanken über den Titel Ihrer „Liste der sozialen Unwörter“ machen. Leider sind uns dabei schreckliche Sachen auf- und eingefallen. Wir wissen doch alle spätestens seit der fünften Klasse, wer die furchtbarsten „Listen“ der Welt geführt hat. Nein, nicht Schindler. Und den bestimmten Artikel „der“ hat er (nein, nicht Speer) bestimmt tausendfach benutzt. „Sozial“ war eindeutig Bestandteil eines unaussprechlichen Parteinamens. „Unwörter“ erinnert schließlich schon sehr an das „Wörterbuch des Unmenschen“, dieses Kompendium des sprachlichen Schreckens.

Und haben Sie eigentlich noch nie über Ihren Namen nachgedacht? Nationale Armutskonferenz. Also uns bedrängen da allerlei Assoziationen, eine unerträglicher als die andere. Sicher geht es auch vielen anderen vom deutschen Umerziehungswesen Erreichten so, befürchtet Ihr nun doch etwas an Ihrer Sensibilität für politisch-semantische Untiefen zweifelnder

Vom nationalen Umerziehungswesen Erreichte

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Otoño con libros – Frankfurter Buchmesse

En Frankfurt acaba de empezar la feria de libros (Frankfurter Buchmesse), niño predilecto de los amantes de la lectura en Alemania. Este año el pais protagonista es Nueva Zelandia, pero tampoco se olvidan de las otras novedades 😉

    http://www.buchmesse.de/de/fbm/

El tema esta esmeradamente comentado en la F.A.Z. (Frankfurter Allgemenie Zeitung):

el link online a la pagina/periodico de la FAZ:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buchmesse-2012/

con particular interes  los siguientes articulos :

Liao Yiwu erhaelt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2012

Friedenspreis für Liao Yiwu Vom Studium des Überlebens

21.06.2012 ·  Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels geht an den chinesischen Schriftsteller Liao Yiwu – eine mutige Entscheidung und die beste. Denn er fordert das undurchsichtigste aller Regime mit seinen Büchern heraus.

Von Andreas Platthaus

(Seccion SACHBÜCHER)

Ein Zweibeiner ist noch lange kein Selbstläufer

09.10.2012 ·  Neue Bücher von Kurt Bayertz, Yang Jisheng, Peter Thompson, Miriam Gebhardt, Tom Holland und Robert Menasse.


Ademas proporcionaran durante los dias 10.10 hasta el 14.10 un suplemento en pdf:

link:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buchmesse-2012/frankfurter-allgemeine-zeitung-zur-buchmesse-als-pdf-datei-zum-herunterladen-11918156.html

he aqui el primer folleto en pdf: FAZ Buchmesse- Beilage 10-10-2012

en esta revista empieza una novela corta en secuencias (Kurzroman in 5 Folgen: Stephan Thome “Der Affe”)

el segundo folleto en pdf FAZ Buchmesse-11-10-2012

articulos interesantes sobre el futuro del libro impreso

el tercer folleto FAZ Buchmesse-12-10-2012

con un articulo interessante sobre Krautfunding, perdon crowdfnding para autores y sus textos (p.6) y sobre el premio Nobel chino Mo Yan.
Divertido e instructivo por ser preguntas y respuestas cortas de autores : Der Stress der Helden p.14

Interessante para investigadores/academicos y sus publicaciones : la discusion sobre ” openaccess” para articulos cientificos p. 17

el cuarto folleto FAZ Buchmesse-13-10-2012 :

en la pagina 10 un articulo sobre editoriales que todavia se esmeran en la cuestion del diseño grafico, las ilustraciones e tipografias.

Tambien interessante: la presentacion del nuevo libro del premio nobel Joseph Stiglitz “Der Preis der Ungleichheit” ,

el original -ingles- publicado por Norton Eds. : Stiglitz, j. 2012 The Price of Inequality: How Today’s Divided Society Endangers Our Future. 
La Frankfurter Buchmesse termina, aqui el folleto numero 5: FAZ Buchmesse-14-10-2012

En la pagina 4 se encuentra el articulo ” Was für ene erotische Sprache” del escritor francés D. Foenkinos.

Pagina 12 : un autor austriaco en Argentina y su vocación tardía: G. Kratochwil